Eine schöne leichte Sommerjacke, die zwar einfach zu stricken war, mich aber dennoch ein paar wenige Nerven gekostet hat.

Ich habe mich ganz ordnungsgemäß darauf vorbereitet. Meine Umfänge ermittelt, schön brav eine Maschenprobe gemacht und drauf losgelegt.
Die Jacke wird in einem Stück von unten gestrickt, wie das bei den meisten
Drops Anleitungen so üblich ist.
Nach 30 cm bin ich dann auf die Idee gekommen das Ganze mal anzuhalten. Oh, kreisch... Dann voller Panik das Maßband rausgekramt und auf dem Gestrick gemessen. 150 cm von einem Ende zum anderen!! Was sollte ich jetzt tun? Eine Jacke entwerfen, die man dreimal rumwickeln kann, oder stolz verkünden ich hätte jetzt endlich eine Jacke, in die die ganz Familie auf einmal reinpaßt?
Also habe ich dann die Arbeit von drei Wochen innerhalb von 10 Minuten zu einem kleinen runden Ball verarbeitet. Das hat was meditatives und macht auch ein wenig demütig.
Dann ging das Elend aber erst richtig los. Während das gute Stück nun in der richtigen Größe wuchs und wuchs, war ich mir mit der Farbe immer unsicherer.
Als Kone sah es wie ein helles jeansblau aus. Als Gestrick ähnelte es immer mehr einem babyblau und in Verbindung mit dem Muster bildete ich mir dann ein, daß es wie ein Bettjäckchen aussieht.
Ich habe nur durchgehalten, weil ich mir immer wieder vorstellte, wie ich das fertige Werk in schwarze Farbe werfe. Hähä...
Aber zum Glück ist es doch anders gekommen. Die Jacke und ich sind jetzt Freunde. Und wenn babyblau in 20 Jahren wieder modern ist, bin ich vorbereitet.


Wolle: extra gekämmte Baumwolle aus der
Hamburger Wollfabrik.
Das Muster findet man
hier