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... bei Stricken und Garten

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Montag, 24. November 2008

Fassungslos

Letzte Woche war ich das erste Mal bei einem klassischen Konzert. In einer der schönen alten Kirchen vor Ort.

Es war das Requiem von Berlioz.
Hmmm... hatte ich vorher auch nicht gehört und ich gestehe das ich ohne die geschenkten Karten im Leben nicht auf die Idee gekommen wäre.

Gesungen hat ein gemischter Chor mit ca. 150 Personen und gespielt haben die Hamburger Symphoniker. Das Orchester war so verteilt, daß die Musik aus allen vier Ecken der Kirche kam und wenn ein crescendo gespielt wurde, fingen die Sitzbänke an zu vibrieren. Es war einfach nur toll. Ich war wirklich total begeistert. Bis dahin...
Dann ist etwas passiert, was mir keine Ruhe ließ und was ich bis jetzt nicht verstehe.
Nach zwei Stunden ist die Musik langsam ausgeklungen... Die Sänger waren still und die Musiker haben die Instrumente zur Seite gelegt. Der Dirigent hat in seiner Position verharrt.....
...... und dann ist er gegangen......einfach gegangen... ohne Verbeugung...... und kein Mensch hat applaudiert.
Ich konnte mich gerade noch beherrschen nicht selbst zu klatschen. Damit hätte ich mich wahrscheinlich zutiefst blamiert.
Aber warum??? Kann mir das jemand erklären? Die spielen zwei Stunden am Stück und der Dirigent geht einfach. Ich war echt fassungslos. Unglaublich....

Kommentare:

  1. Liebe Ina,

    genau erklären warum, kann ich dir auch nicht, aber bei klassischen Konzerten in Kirchen wird nie geklatscht. Wahrscheinlich, weil die Musik Gott dienen soll und damit kein Beifall verdient werden soll. Nach Reden wird ja auch immer geklatscht, nach der Predigt in der Kirche aber nie. Hm. Hilft dir das weiter?

    Liebe Grüße von Mascha2

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  2. Ja, in der Kirche applaudiert man nicht, das gehört sich nicht, so habe ich es noch gelernt. Wenn man aber mal danach googelt, ändert sich das wohl langsam.
    http://www.gutefrage.net/frage/warum-klatscht-man-in-deutschland-eigentlich-in-der-kirche-nicht

    Liebe Grüße
    Tina

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  3. Hallo Ina,
    als passionierte Chorsängerin kann ich dir sagen:
    Es wird nur bei Requiems /Trauer/Totenmusik nicht geklatscht. Die Sänger/Musiker/Dirigent beschäftigen sich über Wochen mit dem Stück und bei der Aufführung ist mann dann so drin im Thema Requiem (Totenmesse), dass ein Klatschen wirklich die ganze Atmosphäre zerstören würde. Das ist für das Publikum schwierig, denn das Klatschen zeigt ja auch die Begeisterung über das Werk und die Aufführung. Am Besten zum Schluss einen Aufführenden abpassen und das Lob /den Eindruck mit WOrten übermitteln. Das kommt dann schon bei den Aufführenden gut an.

    Bei fröhlichen Werken: Passionen, Oratorien wird inzwischen schon geklatscht am Ende und das ist wirklich toll, wenn man da oben steht und der Applaus gar nicht mehr aufhören will. Das entschädigt für Wochenlanges Proben und die ganzen Extraproben vorher ungemein.
    Ich hoffe ich habe dir etwas geholfen und vielleicht gibt es bei euch auf Weihnachten ja das Weihnachtsoratorium von Bach. Das ist auch ganz toll. Das kann ich dir sehr empfehlen.
    Liebe Grüße

    Cornelia

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  4. Hallo Ina,
    ich habe selber sehr lange im Kirchenchor gesungen und kann dem Kommentar von Cornelia nur zu-
    stimmen.
    Und als Ausführende habe nicht nur ich, sondern auch viele Mitsänger... etwas ganz Anderes als den Applaus als das schönste empfunden: diese Stile direkt nach dem letzten Ton. Unsere Dirigentin hat oft sehr lange gewartet, bis sie den Taktstock gesenkt hat - und diese Stille war so gefüllt und wunderbar, Lohn für die ganze Arbeit.
    Gestern beim Posauenkonzert zum Advent wurde an zwei Stellen geklatscht: bei der Ehrung dreier höchst verdienter Bläser, einer davon seit 60 Jahren im aktiven Posauendienst;
    und bei der offiziellen Danksagung durch die Liturgin vor dem letzten Lied. Nach dem letzten Lied klang der Jubel still und sachte aus, ohne Klatschen. Das fand ich sehr schön und angemessen.
    Dir wünsche ich eine schöne Adventszeit. Vielleicht kannst du irgendwo eine schöne Feierstunde oder ein kleines Adventskonzert besuchen.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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